Edition, Textkritik, Kafka, Kleist, Hölderlin, Celan, Brecht, Benjamin, Faulkner, TEXTkritische Beiträge

Heidelberg
Joined October 2019
Eben eingetroffen: Kafka-Kurier Numero 7. Fadenheftung, Großformat (28 × 21 cm), zweispaltige Fußnoten. Einzelheiten hier: <textkritik.de/kafka-kurier/i…>
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Sie trauen sich etwas: Justizportal NRW macht Reklame für einen Vortrag Bodo Pieroths zu »Der Process – Eine Einführung in Recht und Literatur durch Kafkas Roman« <justiz.nrw/termine/2026-11-1…>
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They will catch up …
On the rapidly declining value of used books and the doubtful concept of ‘book poverty’ (incidentally, I don’t think I’ve bought even half a dozen new books this year, many more used): telegraph.co.uk/gift/51ba376…
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Gewagt – das sagt nicht Thomas Bernhard, sondern der Erzähler (meist sind das ressentimentgeladene Spießer, die ebenso bloßgestellt werden wie die, die sie beschimpfen). ›mein Pascal oder mein Gogol oder mein Montaigne‹ …
Thomas Bernhard understood the basic premise of what constitutes peace of mind.
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And now tell me something really new …
This paper answers why confident idiots run the world. Cornell University published a psychological paper that explains every terrible boss, every loud influencer, and every broken corporate hierarchy. It’s called “Unskilled and Unaware of It.” they tested participants across logic, grammar, and humor to measure the gap between actual performance and self-perception. And the results are wild. participants scoring in the bottom 12th percentile consistently believed they were operating in the 62nd percentile. they were not lying. they were literally incapable of recognizing their own incompetence. the paper revealed a brutal paradox: the exact skills required to master a domain are the exact same skills required to accurately evaluate your own competence in that domain. if you lack the skill, you inherently lack the cognitive capacity to realize you are failing. this creates a dangerous systemic loop. the incompetent are blessed with absolute, blinding certainty. their brain protects them from their own ignorance, allowing them to speak first, demand authority, and never second-guess their decisions. meanwhile, the actual experts suffer the exact inverse. top performers in the study consistently underestimated their rank. because a task was easy for them, they falsely assumed it was easy for everyone else. they hesitate. they obsess over nuance. they assume they have nothing unique to add. we are biologically wired to confuse confidence with competence. the loudest person in the room gets promoted, gets funded, and gets the microphone, not because they know what they are doing, but because they are physically incapable of seeing what they don't. the only defense mechanism is building systems that stop rewarding absolute certainty and start demanding proof of work.
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Einen in eine solche ›Identifikations-App‹ zu zwingen wollen, ist krank – typisch für eine bestimmte pathologische digitale Kontrollsucht.
Abgeordnete, die für die Widerspruchslösung stimmen wollen, müssen begründen, warum nicht weit weniger übergriffige Möglichkeiten gewählt werden, alle Bürger dazu zu bringen, eine Entscheidung dokumentieren zu lassen. Eine Sauerei wäre es, erst auf die Widerspruchslösung umzustellen, und danach umzudefinieren, wann jemand tot genug ist, um seine Organe herzugeben. Artikellink: norberthaering.de/news/organ…
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Die von Editoren so gut wie nie begründete Konvention, Editorkommentar kursiv zu setzen, ist bei umfangreicheren Kommentaren ermüdend – und sinnlos. Schrift als Augenpulver. Anders gewendet: Warum benutzt man für große Mengen an Fließtext eine *Auszeichungsschrift*?
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JWG, Briefe 23. Mai 1764–30. Dezember 1772. [= Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar Goethe- & Schiller-Archiv hrsg. v. Georg Kurscheidt, Norbert Oellers & Elke Richter, Bd. I 1 und I 2] (Berlin 2008), I 2, 410f.
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Kommentar zu Goethes Brief an Herder, Wetzlar, ~ 10. Juli 1772.
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Wenn diese Leute weiterhin in dem Tempo agieren, wird der Quasi-Monopolist Adobe Probleme bekommen: <getartcraft.com/apps> Updates kommen schnell. Kritisch ist immer der Im- & Export ›proprietärer‹ Formate. Bei designcraft können aber .idml-Dateien importiert werden.
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Solche Inszenierungen sind parallel zum Verb ›herunterbrechen‹ in Schwange gekommen … Bleibt immerhin noch die Musik, der Vorteil der Oper.😎
Ich habe gestern die Premiere der Milo-Rau-Inszenierung von Wagners "Fliegendem Holländer" in der Deutschen Oper besucht. Ich hatte durchaus mit dem Schlimmsten gerechnet, aber auf diesen Fiebertraum an Staatsräson-Theater war ich nicht vorbereitet. Die eigentliche Handlung der Oper, das Erlösungsdrama des verfluchten Seemannes, der durch die Liebe einer treuen Frau gerettet wird, wird überlagert von der Geschichte, um die es Rau bei seiner Inszenierung eigentlich geht: Um den "Skandal Wagner", dessen Antisemitismus und spätere Aneignung durch die Nationalsozialisten, die deutsche Schuld und die deutsch-israelische Geschichte. Seine "Holländer"-Inszenierung soll eine "Reise in die Tiefenschichten der bundesdeutschen Geschichte" sein. Der verfluchte Seemann, der fliegende Holländer, symbolisiert bei Rau die "Schuld der Deutschen", die ihn erlösende Senta steht für "Israel", und der von ihr verschmähte Liebhaber Erik für das "palästinensische Volk". So weit, so gaga. Das ist übrigens nicht meine eigene Interpretation, sondern die von Rau offiziell beabsichtigte symbolische Aufladung seiner Inszenierung: "Der Holländer hat eine Schuld auf sich geladen, von der man nicht genau weiß, was sie ist. Bei uns ist es das deutsche Bewusstsein, oder Deutschland nach dem Holocaust, eine Schuld, die untilgbar ist, für die es keine Erklärung und auch keine Entschuldigung geben kann. Und Senta ist Israel. Und der eigentlich Senta versprochene Mann, der aus dem gleichen Land kommt, Erik: bei uns Palästina – also wir versuchen die Geschichte in diesem Dreieck zu erzählen." rbb-online.de/rbbkultur-maga… Den narrativen Rahmen der Inszenierung bilden zwei Protagonisten aus Israel: Der Wagner gleichnamige Performer Shlomi Moto Wagner, der eine Show namens "Richard Wagner the Drag Queen" aufführt, und die deutsch-israelische Schauspielerin Sarah von Schwarze, deren Eltern vor dem Hintergrund der deutschen Schuld nach Israel gezogen und zum Judentum konvertiert sind. Vor Beginn der Oper berichten sie dem Publikum von ihrem Projekt mit Milo Rau, den in Israel eigentlich tabuisierten Wagner ganz bewusst dort aufzuführen: "Wagner in the Holy Land". Man habe Wagner praktisch "überall" in Israel gespielt: Mit professionellen Opernsängern in U-Bahnhöfen und am Strand von Tel Aviv, mit einem Ghettoblaster in Stadtvierteln von Jerusalem, in den besetzten palästinensischen Gebieten, und sogar auf einem Hügel über Gaza (I kid you not). Auf Großleinwand wird eingeblendet, wie das Publikum in Israel auf Wagners Musik reagierte: Die Kamera gleitet dabei minutenlang über ergriffene Gesichter, während eine israelische Opernsängerin die Senta-Arie singt und dabei ein Portraitbild Richard Wagners vor ihrer Brust umklammert hält. Musik verbinde eben und berühre die Herzen, wird das Publikum über Text-Einblendungen belehrt, falls die Message über die Bilder noch nicht deutlich genug rübergekommen sein sollte. Es wirkt wie Raus sorgfältig erarbeitete Legitimation, Wagner überhaupt inszenieren zu dürfen: Ja, wenn sogar die Israelis Wagner inzwischen ganz unschuldig genießen können, dann darf auch ich mich unserem "dunklen" (wenn auch brillanten) musikalischen Erbe wieder annähern. Über die gesamte Inszenierung hinweg flackern Bilder aus Israel und Stationen der deutsch-israelischen Geschichte über die Leinwand: Die israelische Staatsgründung 1948, das Attentat bei den Olympischen Spielen in München von 1972, den ersten Staatsbesuch von Yitzhak Rabin 1975 in Deutschland, die Einweihung des Holocaust-Mahnmals 2005 in Berlin - und schließlich, Trommelwirbel - "das Undenkbare": Der Aufstieg der AfD - und das trotz aller redlichen Holocaust-Aufarbeitungsbemühungen. "Das Undenkbare" wird dabei eingeblendet vor den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Akute "Zentrum für politische Schönheit"-Vibes drängen sich auf, als das ZPS Björn Höcke ein Holocaust-Mahnmal in den Nachbargarten gestellt hatte. Gleichzeitig stolziert eine Gruppe bleich geschminkter Springerstiefel-Neonazis über die Bühne. Eher beflissen und beiläufig wird "auch" das "Unrecht" an den Palästinensern erwähnt, diese würden israelischen Siedlern "terrorisiert". Ein ultrawoker Regisseur wie Milo Rau ist schließlich achtsamer als die vulgäre deutsche Staatsräson-Mainstreampresse. Als unvermittelt Demonstranten mit "Free Palestine from German guilt"-Schildern über die Bühne rennen, wirkt es wie die krampfhafte Zurschaustellung, die Lektion aus "Nie wieder" auch wirklich gelernt zu haben: "Nie wieder" muss eben auch für die Opfer unserer Opfer gelten, weshalb man diese natürlich nicht unerwähnt lassen darf. Am Ende der Oper wird das Statement eines Arztes aus Gaza eingeblendet, der meint, Schuld habe immer etwas Narzisstisches - es ginge aber darum, Schuld in Verantwortung zu überführen. Der Begriff "Genozid" fällt natürlich nicht - falls doch, habe ich ihn übersehen. Ansonsten werden immer wieder überdimensional große Israelflaggen geschwenkt, und die Israel- und Deutschlandflagge stehen über weite Teile der Vorführung nebeneinander auf der Bühne, als handle es sich nicht um eine Opernaufführung, sondern einen offiziellen israelischen Staatsbesuch im Kanzleramt. Die Rau-Inszenierung von Wagners Holländer ist in meinen Augen Peak Staatsräson, Peak deutsche Kollektivpsychose und Peak Zeitgeist einer krampfhaften Politisierung sämtlicher Lebensbereiche. Eine romantische Oper, in der es um Erlösung in der Liebe geht, wird künstlich rationalisiert und politisch aufgeladen. Es wird verhindert, sich emotional auf eine eigene Reise zu begeben, und dem Zuschauer ganz genau vorgegeben, was er zu denken und zu fühlen hat. Die einzige Chance, dem zu entkommen, war die Augen zu schließen und sich nur auf Wagners großartige Musik zu konzentrieren - die übrigens, da bin ich mir ganz sicher, auch diese deutsche Kollektivpsychose überdauern wird.
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Der Plural bei »Alternativen« ist preisverdächtig (und zwar auch sachlich, nicht nur, weil es sprachliche Schwierigkeiten gibt) – Kategorie: Unsinn der Woche.
fraenkischertag.de/lokales/h… »Debatte um den Bücherbus - Bibliotheken bieten mehr als Bücher: Sie sind Bildungsorte, Treffpunkte und Zugang zu Wissen. In Erlangen steht die Fahrbibliothek zur Disposition. Dabei gibt es Alternativen zur Abschaffung.«
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Das ist eine etwas ›gemütliche‹ Übersetzung des Mottos zum ersten Band des Hölderlinschen ›Hyperion‹. »Das will ich noch lernen. Durch das Größte nicht eingeschränkt, vom Kleinsten getragen werden«. Hölderlin versteht das anders. <diepresse.com/41380987/was-h…>
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Great photo & atmosphere. Thanks for this.
Dawn at Glenshee this morning - little wind and nice white mountaintops
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Hier noch die Details zu Roland Reuß / Edice a veřejnost Uspořádal a komentoval Michael Špirit Přeložil Martin Pokorný 364 S. ISBN: 978-80-7658-146-3 Impressum und Inhaltsverzeichnis:
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Michael Špirit hat sich viel Mühe gemacht bei der Herstellung des Buches. Ich bin ihm dafür sehr dankbar. Es gibt drei Register und einen ausführlichen Kommentar (Beispiel angehängt für den Text »Edition und Öffentlichkeit«, der dem Band den Namen gegeben hat).
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Mitschnitt von der Verleihung des Gingko-Biloba-Preises für Lyrik-Übersetzung an Andreas Tretner, Donnerstag, den 22. Oktober 2026, in der Stadtbücherei Heidelberg.
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Institut für Textkritik retweeted
Editorischer Nonkonformismus. Ein lesenswertes Plädoyer von Roland Reuß für "wetterfeste Überlieferungsweisen" in Form gedruckter Bücher! Und die aufschlußreiche Beobachtung des Ausbleibens grundlegender Auslegungsdebatten nach der Ins-Netz-Speisung digitaler Editionen.
Das Vorwort zu »Edice a veřejnost«, das ich geschrieben habe, hält den aktuellen Stand meines Nachdenkens über die Situation der philologischen Grundlagenforschung und ihrer äußeren Rahmenbedingungen fest: <textkritik.de/texte_zur_theo…>
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